Leserfahrzeug Nr. 1 und Fahrzeug der Ausgabe kommt aus Österreich und gehört Hansjürgen Steiner. Er stellt Euch sein Fahrzeug selbst vor:

Es ist ein Typ 24, Erstzulassung am 17.4.1967 durch ein Salzburger Taxiunternehmen. Mit dem Erstbesitzer habe ich Kontakt aufgenommen und dieser wird mir Bilder des Busses zukommen lassen. Nach weiteren 4 Besitzern bekam ich das Fahrzeug durch ein Inserat einer Wochenzeitung im Juni 1994. Beim lesen des Typenscheines kam ich auf eine weitere Kuriosität: zwischen 1978 und 1987 war der Bus im Besitz einer meiner Nachbarn.

Eigentlich habe ich den Bus nur gekauft, damit unsere Klique ein Fahrzeug hat um gemeinsam Feste zu besuchen. (Keiner von uns hatte eine Ahnung was ein Samba ist!). Doch nach einiger Zeit (ca. ein halbes Jahr) war keiner mehr interessiert an dem Teil. Und da damals die Zulassung auf mich erfolgt ist, da ich ihn ja auch gekauft hatte, wars meiner.

Ich kam erst ein Jahr später drauf das es ein Samba ist, als mich ein Deutscher auf einem Campingplatz in Mondsee ansprach um das Fahrzeug zu kaufen. Doch ich hatte so viel Spaß damit, daß so etwas nich in Betracht kam.

Bis zum Herbst 1996 war ich glücklich damit unterwegs. Zwischendurch hat mich dann auch das gesamte Busfieber erwischt. Ich kaufte noch einen 66er Kastenbus und eine 66er Pritsche. Beide Fahrzeuge wollten dann unbeding Freunde von mir haben, so daß ich diese wieder weiterverkaufte. Aber das ist dann eine andere, ganz kuriose Geschichte.

Weiter zum Samba: Im Herbst 1996 beschloß ich das Fahrzeug im Originallack neu lackieren zu lassen, da mir die Farbe und der Zustand des Lackes nicht mehr gefielen. Be den Zerlegungsarbeiten stellte sich dann immer mehr heraus welche Schäden der Bus wirklich hatte. Und es war ein erschreckendes Ergebnis: Das ganze Fahrzeug war von einem meiner Vorbesitzer sehr unprofessionell "am Leben erhalten worden". Rostschäden wurden mit Spachtel bzw. mit Polyester geschönt, der Schweller mit PU Schaum ausgefüllt, Dichtungen mit Silikon eingeklebt, usw. Bis auf den Hauptrahmen. Da wurde nie was gemacht. Der war auch auf einer Länge von etwa 20 cm so gut wie gar nicht mehr vorhanden. Traurig, aber war.

Und so begann ein Dornröschenschlaf des Fahrzeuges auf vorerst unbestimmte Zeit.

Am 18. August 2001 war es dann aber soweit. Mit sehr großer Hilfe eines Bekannten begannen wir, das Fahrzeug von Grund auf neu aufzubauen. Es wurde alles neu gemacht, was irgendwie zu einem Fahrzeug gehört. Wirklich alles.

In einer Rekordzeit von 10 Monaten war das Projekt soweit fertig, um es wieder auf der Straße bewegen zu können.

Wirklich ganz fertig ist der Bus bis heute nicht. Es fehlen noch immer dei Samba typischen Zierleisten, die Innenverkleidungen befinden sich noch im Rohzustand, ?? - Ich glaube das wars auch schon.

Leider fehlt mir momentan ein bischen die Zeit, da ich echt einen "Busvogel" bekommen habe. Ich habe mir im letzten halben Jahr eine kleine Sammlung an Fahrzeugen zugelegt: Eine 63er T1 Doka Zustand 5, eine 76er T2b Doka mit 75000 orig. Km Zustand 2- (welche ich leider wieder verkaufen muß), einen 60er T1 Fensterbus und seit letzter Woche einen 55er Barndoor Fensterbus.

Weiters sind an einen Bekannten, welcher ein Oldtimerdorf aufbaut, einige Fahrzeuge gegangen, die ich ihm vermittelt habe. Darunter war auch oben genannte Pritsche welche ich schon 1994 einmal besessen habe.

Aber zurück zur Restauration. Eigentlich ist alles ganz gut verlaufen. Bis auf das Problem mit den Blechen. Die hat wahrscheinlich jeder. Originalbleche sind kaum mehr zu bekommen. Und die Qualität der Nachbauteile lässt sehr zu wünschen übrig. Wir haben dann die meisten Bleche selbst gemacht. Bis auf die Seitenwände und den doppelten Boden.

Ein weiteres Problem stellte sich dann beim Zusammenbau des Faltdaches heraus. Die vorderen Führungsbacken sind nicht mehr erhältlich. Ich probierte es dann anfangs mit Holz. Da stellte sich aber heraus, daß das in Verbindung mit Fett nicht sehr vorteilhaft ist. Bei der abendlichen Jause sah ich dann das passende Teil. Ein Jausenbrett aus Plastik. Dieses gute Teil wurde nächsten Tag schon zersägt und eingebaut. Und siehe da: bis heute funktioniert das prolemlos. Ein weiteres Problem sind die Safarifenster. Sobald eine dunkle Wolke am Himmel ist bilden sich schon Wassertropfen am Amaturenbrett. Aber das ist halt mal so.

Alles andere war wirklich Routine. Das nächste Projekt wird die 63er Doka. Aber das wird sicher länger dauern als der Samba.

 

Vielen Dank Hansjürgen und viel Erfolg bei der Doka!!

Baui und Mattes